Schüler-Reporter: Ein Forschertag im Eismeer

Die Herrscher der Arktis

Lautes Geschrei von tobenden Kindern erfüllt das Eismeer im Tierpark Hagenbeck und hallt von naturgetreuen Felsen und Informationstafeln mit anschaulichen Texten und eindrucksvollen Bildern zurück.

Doch plötzlich herrscht Ruhe im Eismeer und die Klasse 6 c des Gymnasiums Oberalster lauscht den anschaulichen und informativen Ausführungen der Forschergruppe „Meereis im Erdsystem“ des Max-Planck-Instituts, die einen Einblick in das Leben und die Tätigkeiten eines Arktisforschers gibt. Dabei durften sich auch zwei Schüler mit der professionellen Bekleidung wie auf einem echten Einsatz im Eismeer fühlen.

Dies war aber auf Dauer für die verhältnismäßig milden Temperaturen zu warm und so wurde sich rasch wieder umgezogen. Anschließend hat sich die Klasse in fünf kleinere Gruppen aufgeteilt, um danach weiter zu forschen. Aus dem Einstieg schwebte die Frage im Raum, wie die Bewohner der Arktis auch ohne spezielle Bekleidung überleben können. Dieser und weiteren Fragen wurde dann in einem nächsten Schritt nachgegangen.

Konzentriert und miteinander diskutierend notierte dann eine der Schülergruppen hierzu, ungeachtet des hamburgischen Wetters, ihre Beobachtungen und Vermutungen zu den Pinguinen. Verblüfft stellten die Schüler fest, dass die Pinguine der Kälte und Nässe trotzen und fröhlich im Wasser plantschen. Mithilfe des liebevoll aufbereiteten Informationsmaterials und der tatkräftigen Unterstützung von Frau Johannsen, Leiterin der Zooschule, lernten die Kinder dann, dass die Federn durch Fettdrüsen, den sogenannten Bürzeldrüsen, trocken bleiben und somit gut isolieren.
Diese Erkenntnis konnten die kleinen Forscher auch gut bei der nächsten spannenden Station, den Eisbären, anwenden.

Ergänzend zu der praktischen Arbeit waren die Schüler auch im Labor aktiv, wie es sich für echte Forscher gehört! Dort konnten sie mit professionellen Geräten und unter der fachkundigen und mitreißenden Leitung von Herrn Reichhardt neue Erkenntnisse gewinnen. Beispielsweise konnten die Schüler mithilfe der Mikroskope Licht in die Vermutungen und aufkommenden Fragen bringen und Haare, wie die des Eisbären, auf ihre spezielle Struktur hin untersuchen. So wurde die Erkenntnis gewonnen, dass durch den Hohlraum des Haars Luft gespeichert wird, die eine isolierende und wärmende Wirkung hat und damit noch stärker wärmt als die am Anfang anprobierte Spezialkleidung.

Eisbärenfell unter dem Mikroskop.

Um nicht nur kleine Experten für das Leben auf dem Eis zu werden, konnten die begeisterten Schülerinnen und Schüler auch einen Einblick in die Tiefe des Meeres gewinnen. In diesem „Tauchgang“ sorgten atemberaubende Soundeffekte, unterstützende Lichtanimationen und aufwändige Zeichnungen der Unterwasserlebewesen an den Wänden für das Nachempfinden eines Tauchgangs. So wurde in 5.000 m Tiefe den Schülergruppen wortwörtlich das Licht ausgeknipst und nur der Köder des Anglerfisches erhellte den Raum.

Nach einer abschließenden Besprechung konnten die Kinder diesen spannenden Vormittag dann mit dem Erkunden des restlichen Zoos ausklingen lassen.

Autorinnen: Melanie Busch und Nele Wittwer, Hamburg, 10. Oktober 2017